Hitzeschutzfolie fürs Fenster: Wie viel Sommerhitze eine Folie wirklich draußen hält
Zwei Drittel der Sonnenenergie kommen einfach durch
Ein einfaches Glas ist für Sonnenstrahlung fast kein Hindernis. Ein großer Teil der auftreffenden Sonnenenergie passiert es, und zwar als sichtbares Licht, als infrarote Wärmestrahlung und als UV-Anteil. Das Licht wollen Sie haben. Die Wärme im Hochsommer nicht. Und die UV-Strahlung, die Ihre Böden, Möbel und Vorhänge ausbleicht, schon gar nicht.
Genau diese Trennung leistet eine Hitzeschutzfolie fürs Fenster. Sie lässt das durch, was Sie brauchen, und hält zurück, was Sie im Sommer stört.
Die Frage, um die es hier geht, ist die naheliegende. Wie viel genau, und was heißt das im Raum statt im Datenblatt?
Was eine Hitzeschutzfolie technisch macht
Eine moderne Sonnenschutz- oder Hitzeschutzfolie ist kein getöntes Plastik. Sie besteht aus mehreren Schichten, nämlich einem Polyesterträger, hauchdünn aufgedampften Metall- oder Metalloxidlagen, dem Kleber und einer kratzfesten Deckschicht.
Die Metalllagen sind der Wirkstoff. Sie reflektieren einen Teil der Strahlung, ein weiterer Teil wird in der Folie absorbiert und als Wärme wieder abgegeben. Dadurch fällt weniger Energie im Raum an.
Der Fachbegriff für das, was am Ende durchkommt, ist der Gesamtenergiedurchlassgrad oder g-Wert. Er beschreibt, welcher Anteil der Sonnenenergie insgesamt in den Raum gelangt, also die direkt durchgelassene Strahlung plus die Wärme, die das Glas-Folien-Paket nach innen abgibt. Je niedriger, desto besser der Sommerschutz.
Die zwei Folientypen und ihre echten Werte
Hier liegt der Punkt, den Prozentzahlen in der Werbung meist verschweigen. Es gibt nicht die eine Hitzeschutzfolie, sondern zwei Bauarten mit unterschiedlichem Charakter.
| Merkmal | verspiegelte Folie, zum Beispiel RS 20 E | spektral selektive Folie, zum Beispiel Prestige 70 Ext |
|---|---|---|
| Hitzeschutz | bis zu 83 % | bis zu 71 %, je nach Glastyp |
| Abdunkelung | stark, etwa wie eine Sonnenbrille bei rund 80 % | kaum, der Raum bleibt sehr hell |
| Fassadenoptik | verändert sich durch die Spiegelung | bleibt unverändert |
| Denkmalschutz | ungeeignet | geeignet |
| Glaseignung | fast jedes Glas, hohe Spiegelung und niedrige Absorption | nicht jedes Glas, keine Spiegelung und hohe Absorption |
Die verspiegelte Folie ist die stärkere Lösung gegen Hitze. Den Preis zahlen Sie in zwei Währungen, denn der Raum wird deutlich dunkler und die Fassade sieht danach anders aus.
Die spektral selektive Folie liefert weniger Hitzeschutz, dafür bleibt der Raum hell und die Fassade unverändert. Das macht sie zur Lösung für denkmalgeschützte Gebäude und für alle Objekte, bei denen eine Spiegelung nicht in Frage kommt. Ihre Grenze liegt in der Glaseignung, denn ohne Spiegelung absorbiert sie mehr Energie.
Das immer mal wieder gegebene Versprechen eines maximalen Hitzeschutzes bei vollem Tageslicht und unveränderter Optik ist somit nicht zu halten. Die Aufgabe einer guten Beratung ist es, diesen Zielkonflikt zu lösen.
Zur Haltbarkeit, weil sie in die Investitionsrechnung gehört. Bei senkrechter Montage liegen Außenfolien je nach Typ bei 10 bis 12 Jahren, einzelne Spezialfolien für Kunststoffverglasungen bei rund 5 Jahren.
Hitzeschutzfolie am Fenster: warum sie nach außen gehört
Außen montiert wirkt dieselbe Folie stärker, weil die Strahlung gestoppt wird, bevor sie in den Glasaufbau eindringt. Die absorbierte Wärme sitzt dann auf der Außenseite und geht an die Außenluft. Deshalb ist die Außenmontage bei uns der Regelfall.
Bei einer Sonnenschutzfolie am Fenster innen reflektiert die Folie die Wärmestrahlung zur Glasseite hin. Das Glas nimmt diese Energie auf und heizt sich auf, und je nach Glastyp entsteht dabei ein nicht unerhebliches Risiko für thermischen Glasbruch.
Als Faustregel gilt, je moderner und komplexer der Glasaufbau ist, desto anfälliger ist er. Mehrschichtige Aufbauten, Low-E-Glas, Isolierglas und Verglasungen mit Gasfüllung reagieren deutlich empfindlicher als eine einfache Klarverglasung. Das ist die unangenehme Pointe für alle energetisch modernisierten Gebäude, denn gerade dort fällt die Innenmontage besonders häufig aus.
Deshalb machen wir vor jedem Angebot einen Glas-Check mit einem speziellen Messgerät. Der ist in wenigen Minuten erledigt und sagt verbindlich, welcher Glasaufbau vorliegt und welche Folientypen dafür freigegeben sind. In der Regel lautet das Ergebnis, dass nur eine Außenmontage in Frage kommt, und dann sagen wir das.
Die tatsächliche Wirkung unserer Sonnenschutzfolien
Messwerte sind abstrakt. Das, was unsere Kunden nach der Montage zurückmelden, ist konkreter.
Der Raum heizt langsamer auf
Die Spitzentemperatur am Nachmittag fällt niedriger aus und sie kommt später.
Die Klimaanlage läuft weniger
Wo Kühlung vorhanden ist, sinkt die Laufzeit, weil weniger Wärme abzuführen ist. Das schlägt direkt auf die Energiekosten durch.
Deutlich verlangsamte Ausbleichung
Der UV-Schutz wirkt sofort und dauerhaft. In Showrooms, Praxen, Museen und Verkaufsräumen ist das ein eigener Kostenfaktor, der selten mitgerechnet wird.
Hitze und Blendung sind zwei verschiedene Aufgaben
Ein Punkt, bei dem wir gern für Klarheit sorgen, weil er in Angeboten oft vermischt wird.
Eine Außenfolie ist ein Hitzeschutz. Sie liegt das ganze Jahr auf dem Fenster, ist nicht bedienbar, und Blendschutz leistet sie nur im Ausnahmefall.
Für Blendfreiheit am Bildschirmarbeitsplatz gilt die Arbeitsstättenverordnung, und dafür braucht es ein Folienrollo mit einer Lichttransmission von 1 bis 7 Prozent. Es ist variabel bedienbar, es lässt bei fehlender Sonne wieder Licht herein, und man kann durch den Behang nach draußen sehen, was die Verordnung ausdrücklich verlangt. Es ist damit das einzige Produkt, das diese Anforderung erfüllt.
Umgekehrt ist ein Folienrollo kein ernsthafter Hitzeschutz. Die Wärme ist bereits im Raum, wenn sie auf den Behang trifft, und der Lüftungsschlitz am oberen Rand gibt sie in den Raum ab. Bei geringer Belastung verzögert es die Aufheizung, verhindern kann sie nur eine Außenfolie.
Die beiden Produkte konkurrieren also nicht, sie ergänzen sich. Im Objektgeschäft ist die Kombination der häufigste Fall, nämlich die Folie außen gegen die Hitze und das Rollo innen gegen die Blendung. Und bei den Kosten gilt, dass Rollos deutlich teurer sind als Außenfolien. Wenn es Ihnen also allein um Hitze geht, ist die Folie auch die wirtschaftlichere Maßnahme.
Wann sich eine Hitzeschutzfolie besonders rechnet
Süd- und Westorientierung mit großen Glasflächen
Der klassische Fall, hier ist der Effekt am deutlichsten messbar.
Bestandsgebäude ohne außenliegenden Sonnenschutz
Wo keine Raffstore oder Markisen vorhanden sind, aus statischen, denkmalschutzrechtlichen oder gestalterischen Gründen, ist die Folie die Lösung, die ohne Eingriff in die Fassade funktioniert.
Räume, in denen Licht gebraucht wird
Büros, Praxen, Verkaufsräume, Klassenräume. Überall dort, wo dauerhaft geschlossene Behänge und Kunstlicht wirtschaftlich unsinnig wären, ist die spektral selektive Folie der richtige Ansatz.
Objekte, die im Betrieb bleiben müssen
Die Montage erfolgt ohne Glasausbau und ohne Baulärm.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Der Glas-Check zuerst
Er entscheidet über die Montageseite und über den einzusetzenden Folientyp. Alles andere kommt danach.
Der Randverbund bei Isolierglas
Wird die Dichtung angehoben, um den Folienrand zu verstecken, kann die Glasgarantie entfallen. Wir arbeiten mit definiertem Randabstand.
Zertifizierte Verarbeitung
Herstellergarantien gelten in der Regel nur, wenn ein zertifizierter Betrieb montiert. Als 3M Premiumpartner arbeiten wir mit Materialien, deren Verhalten wir aus vielen Objekten kennen.
Datenblatt statt Prozentzahl
Fragen Sie nach dem konkreten Produkt und seinen Kennwerten, also Lichtdurchlässigkeit, Gesamtenergiedurchlassgrad und UV-Reduktion. Eine Prozentzahl ohne Produktnamen ist kein Angebot, sondern Werbung.
Fazit
Eine Hitzeschutzfolie hält einen erheblichen Teil der Sommerhitze am Fenster zurück, bei verspiegelten Folien bis zu 83 Prozent und bei spektral selektiven bis zu 71 Prozent, je nach Glastyp. Welcher Typ für Sie passt, entscheidet sich zwischen maximaler Wirkung und dem Erhalt von Tageslicht und Fassadenoptik. Und ob überhaupt von innen gearbeitet werden darf, entscheidet der Glas-Check, denn bei modernen Verglasungen ist die Innenmontage gelegentlich ausgeschlossen.
Sie haben ein Fenster, das im Sommer zum Problem wird? Schicken Sie uns Fotos, Maße und die Ausrichtung. Wir kommen vorbei, machen den Glas-Check, schlagen die passende Lösung vor und nennen Ihnen vorab den Preis, ohne lange Vorlaufzeiten und ohne Standardpaket.
→ Mehr zu unseren Lösungen: Sonnen- und Hitzeschutzfolien
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